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Listening Session Grave Digger

Die Speerspitze des deutschen Heavy Power Metals lädt zum Rittermahl um dort gleichzeitig die neue CD den Metal Mags aus ganz Europa zu präsentieren. Da sagen wir vom Metal Inside doch nicht nein und finden an einem Samstag Nachmittag auch pünktlich den Weg in eine gemütliche Wirtschaft in einem Teilort von Donzdorf - Hometown of Nuclear Blast. In einer langen Tafelrunde gab es von Beginn an Bier und Wein aus Steinkrügen, leckere Häppchen und die Deko ließ auch nichts zu wünschen übrig. Und der Höhepunkt des Tages sollte nicht lange auf sich warten lassen. "Rheingold" wird das nächste Studioalbum von Grave Digger heißen, welches ab dem 26. Mai 2003 über die Ladentische wandern wird. Thema diesmal: Die Nibelungen Sage. Endlich mal etwas historisches aus dem Heimatland der Mannen um Chris Boltendahl, die heute auch fast alle anwesend waren. Nur Manni Schmidt konnte krankheitsbedingt leider nicht kommen.


In gemütlicher Runde wurde es dann also laut: "Rheingold" ging los mit dem Intro "The Ring" (welches übrigens nichts mit dem aktuellen Kinofilm zu tun hat). Zu Beginn noch etwas ruhiger und dann etwas bombastische - eben ein Grave Digger Intro!

Dann er erste Song, "Rheingold" - Titelsong - schneller Lead Gitarren Einstieg und kurz darauf ein reindonnerndes schweres Grave Digger Riffing. Ein Kracher also mit aggressiven Strophen Gesang und einem bombastischen und gleichzeitig melodisch eingängigem Bridge Part. Der Refrain allerdings steht hier deutlich im Hintergrund, da der Wortlaut "Rheingold" auch eher mystisch und zaghaft durch die Boxen hallt. Klingt etwas gewöhnungsbedürftig und nimmt insgesamt etwas die Spannung aus dem Opener!

Doch schnell weiter mit "Valhalla" - ein Songname der so einiges verspricht. Und genauso rasant donnert auch dieser daher. Wieder ein packendes Riff und diesmal auch der vermisste hymnenhafte Gesang. Zwischendurch lockert das eine oder andere Lead Gitarren Solo etwas auf und verschafft Abwechslung. Nett!

Mit "Giants" folgt nun eine Grave Digger Nummer die nicht unbedingt auf Highspeed aus ist. Eher etwas grooviger und mit einem stampfenden Riff wird hier dem Zuhörer das Ohrenschmalz in die Ecken gedrängt!

"Maidens Of War" - die Übernummer des Albums - beginnt mit einem ruhigen Akustik Gitarreneinstieg der ein bisschen an Iced Earth´s melancholischen Songs vom "Something Wicked…" Album erinnert. Schnell schlagen dann die kräftigen bombast Gitarren zu, das Schlagzeug untermauert die Steigerung des Songs bevor die Strophen von Chris sehr sanft und balladesk gesungen werden. Der Bridge Part könnte schon ein Refrain sein, der förmlich alle Metalheads zum Mitsingen einlädt und der richtige Refrain an sich setzt dem ganzen noch die Krone auf. Ein tolles Gitarrenspiel, abwechslungsreiche Drums und überhaupt, der Song ist das absolute Highlight auf "Rheingold" und stellt meiner Meinung nach gleichzeitig einen der besten GD Songs aller Zeiten dar! Gigantisch!

"Swords" beginnt mit einem fantasievollem, fast schon mystischem Intro und geht in ein groovendes Riff über, welches vom Keyboard unterstützt wird. Immer wieder kommt die Lead Gitarre zum Vorschein. Der langsame Song findet seinen Höhepunkt im mehrstimmigen Refrain der leicht vergleichbar mit "The Round Table" ist. Hat etwas hymnenhaftes und ist keinesfalls ein schlechter Song.

Durch die Fanfaren zu Beginn von "Dragon" kann man sich so richtig schön das Bild vorstellen, wie Krieger aus einer großen Burg ausreiten, um sich dem Drachen zum Kampf zu stellen. Und ein Drachengrunzen wie wir es von "Pendragon" schon kennen, läutet dann den schnellen und treibenden Song ein. Mehrstimmige "Kill Kill" Rufe verleihen dem Song nötiges True Metal Potential. Die Strophen sind allerdings eher im Midtempo Bereich angesiedelt, was dem Song gewisse Abwechslung verleiht. Wieder GD typische Riffs uns Soli.

Eine Double Bass Drum treibende Nummer folgt mit "Liar". Super schnell und mit verfrickelndem Lead Gitarrenspiel sowie krachenden Drums ist der Song einer der druckvollsten des neuen Werkes. Das Tempo bleibt ständig auf gleichem Niveau und ist dank eines klassischen GD Refrains, trotz des Tempos, sehr eingängig.

Wir nähern uns mit "Murderer" langsam dem Ende der Nibelungen Sage: Hagen, einer der Hauptcharaktere stößt Siegfried hinterhältig einen Speer in den Rücken und tötet ihn damit. Passend ist auch die Stimmung des Songs aufgebaut. Etwas schleppend und düster, mit absolut hervorstechender Bass Drum, geheimnisvollen Background Chören und vorwurfsvollem ruhigem Gesang. Der Refrain ist wieder mehrstimmig.

Das Finale - "Twilight Of The Gods", das Ende von Valhalla ist nah. Ein Song, der auch aus der Feder eines Herren DeFeis hätte stammen können. Bombastische Refrain Chöre, verschiedene Stimmungsbilder, mystische Übergangsparts, mittelalterliche Gitarrenklänge aber auch knallende Riffs und erschütternde Drums zeichnen den Song aus. Das Ende hätte man als Finale nicht besser umsetzen können, schon allein des gefühlvollen Gitarrensolos wegen.

Im direkten Vergleich zum Vorgänger "The Grave Digger" geht "Rheingold" als klarer Sieger hervor. Die Herren Boltendahl un Co. Bleiben ihren Trademarks treu scheuen jedoch auch nicht, ab und an in neue Gefilde abzudriften, was dem Album am Ende sein breites Spektrum verschafft. Außerdem noch mal der Hinweis: "Maidens Of War" - HAMMERMÄSSIG GEIL !!!

Nach der eigentlichen Listening und Interview Session wurde im späteren Verlauf des Abends auch endlich das Rittermahl aufgetischt. Jeder Anwesende war selbstverständlich nur mit einem langen Schlachtermesser ausgestattet und man konnte seinen natürlichen Essgewohnheiten freien Lauf lassen. Ein echt gelungener Abend! (xhb)





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