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Nehmen wir doch mal die To-Do-Liste für Erfolgskarrieren im Rockbusiness, schreiben APOCALYPTICA drüber und haken ab. Cover-Album? OK. Selbstbetiteltes Album? OK. Zusammenarbeit mit Rockgrößen? OK. Welttournee? OK. Festivalauftritte? OK, Live-DVD? OK. Auflösen und Reunion blieben noch über... Was also soll "Worlds Collide" noch bringen? Stilistisch nur eine minimale Änderung, die Öffnung in Richtung Popmusik ("Helden" ist von DAVID BOWIE), ansonsten alles beim Alten, einige Stücke mit Gastsängern, das Gros aber nur instrumental, eine Handvoll Celli und ein Schlagzeug. Die Drums sind tatsächlich ein Zugewinn (aber eben schon auf dem letzten Album), weil die Stücke dadurch rockiger sind, und Mikko Sirén ist mitnichten gewillt, hinter den Streichern zurückzustecken. Er unterstützt songdienlich, wo notwendig, geht aber ab wie ein Zäpfchen, wenn ihn nicht rechtzeitig einer bremst.
Es ist nach wie vor beeindrucken, wie sehr man vergisst, dass auf einem Album der Cello-Finnen keine einzige Gitarre zu hören ist, die Stücke haben Biss, Bass und sie rocken. Die Streichermelodien sind verführerisch, schmeichelnd, dann wieder sägend, quietschen und jagen einem die Schauer den Rücken hinab. Und ehrlich, normal sind die Stücke mit Gesang die Highlights, die Instrumentals fielen zumeist etwas ab. Mitnichten so hier! Trotz der markanten Stimmen aller Gastvokalisten (Corey Taylor von SLIPKNOT/STONE SOUR, Till Lindemann von RAMMSTEIN, Cristina Scabbia von LACUNA COIL und Adam Gontier von THREE DAYS GRACE) können die ungesungenen Lieder jederzeit dagegen anstinken, erscheinen fast hochwertiger als die "normalen" Songs, die inzwischen mehr auflockernde Intermezzi sind, das war mal umgekehrt.
Wenn die Welt gerecht wäre, hätte also "Worlds Collide" alle Chancen, zu einem Klassiker moderner Rockmusik zu werden, inklusive Radioairplay, Hintergrundmusik zu TV-Einspielern, Grammys und einem Konzert aus der Antarktis per Satellitenübertragung nach weltweit. Aber, so wie ich die Welt kenne, bleibt es mal wieder beim ewigen Insidertipp... trotz Killerdrums von Dave Lombardo (SLAYER) in "Last Hope", trotz fiebriger Modernität in "Stroke", trotz genialer Melodien in "Grace", trotz Wechsel zwischen tonnenschwer und federleicht in "Peace", trotz einer Handvoll richtig geiler Songs. Und trotz der Tatsache, dass es eben keine andere Band gibt, die so klingt wie APOCALYPTICA.
(mono)
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