|
Totgesagte leben halt doch länger! Nach dem kommerziellen Flop des allgemein unterbewerteten Vorgängers "Blackacidevil", auch wenn der allen Unkenrufen zum Trotz einige starke Songs, "Sacrifice" z.B., zu bieten hatte, und nach den ständigen Besetzungsquerelen und Labelwechsel hat wohl niemand mehr so richtig mit Danzig gerechnet. Ich für meinen Teil jedenfalls nicht mehr, und schon gar nicht so! Aber der Meister belehrt uns eines besseren. Allein der Opener "Five Fingers Crawl" reicht um alles, was man je an Vorbehalten gegen dieses Album gehabt haben mag, in Staubpartikel zu zerblasen. Ein Einzelfall? Mitnichten! "Belly Of The Beast" zeigt Glenn von seiner leierndsten Seite, ist aber definitiv ein Ohrwurm. Die Elektro-Spielereien gibt es auch hier wieder zu finden, aber sie werden sehr gezielt eingesetzt und längst nicht mehr so aufdringlich wie zuletzt. Insofern also auch nicht das vielzitierte Besinnen auf alte Stärken, was nur ein Schönreden von Rückschritt ist, sondern ein Schritt nach vorn, denn genau so hat Danzig Zukunft - weg vom alten Retrosound, weg vom trendelektronischen, hin zu einem mächtigen, druckvollen und modernen Klang, der keine Wünsche offen lässt. Und natürlich Danzigs Gesang, der mal bescheiden in den Song eingefügt wird, mal wieder über allem tront und dann wiederum jault wie eh und je. Die wahre Stärke des Albums liegt jedoch in den beiden ruhigsten Stücken, "Cold Eternal" und dem Nick-Cave-esquen "Thirteen", wo der gute Glen zeigt dass er das Singen ganz sicher nicht verlernt hat und die Vocaleffects aus einigen der anderen Songs keine Schwächen kaschieren sondern eben nur songdienliche Effekte sind, denn vor allem diese beiden Songs gehen derart unter die Haut, dass mann sich unwillkürlich die Gänsehaut vom Körper rubbeln möchte. Solche Songs hatte ich eigentlich eher von einer nächsten Life-Of-Agony-Platte erwartet und nicht von Jodelschreihals Danzig. Und die Standards kommen gewohnt gut, Danzig wie man ihn mag, aber definitiv seine Schokoladenseite, ich bin sehr positiv überrascht. (mono)
|