Review

Hypnos 69 - Legacy
 
Progressive Rock
 
Label
Vertrieb
Zeit
Tracks
Elektrohasch
Sonic Rendezvous
72:37 min
7


 

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Nach vierjähriger Studiopause veröffentlichen die Belgier HYPNOS 69 mit „Legacy“ ihr mittlerweile fünftes Album. Das psychedelische Cover-Artwork ließ mich direkt auf ebensolche Musik schließen, aber so ganz richtig lag ich damit nicht. Was einem nämlich während des dreiteiligen, 18-minütigen Openers „Requiem (For A Dying Creed)“ klar wird, ist, dass der Vierer hier puren Progressive Rock zelebriert, und zwar die ursprüngliche, englische Variante. Genauer gesagt: Dieses Stück klingt zu fast 100 % nach den ganz frühen KING CRIMSON, inklusive Saxophon, Flöte, Hammond-Orgel, jazzigen Parts und einem wiederkehrenden, flashigen Thema. Wer weiß, vielleicht steht die „69“ im Bandnamen ja für das Jahr 1969, in dem mit dem wegweisenden „In The Court Of The Crimson King“ das wohl erste Prog-Album überhaupt erschien. Man könnte sich jetzt darüber aufregen, dass HYPNOS 69 so augenscheinlich abkupfern. Geht aber gar nicht, denn dazu ist speziell ihr epischer Opener einfach viel zu gut. Neben dem hervorragenden Songaufbau gibt es auch tolle Solo-Arbeit von der Gitarre zu hören und eben auch das schon erwähnte Thema, das einfach nur zum Reinlegen ist und immer wieder aufs Neue variiert wird. Mit diesem starken Auftakt kann allerdings nicht der gesamte Rest des Albums mithalten. Auf der positiven Seite stehen auf jeden Fall noch die beiden rockigen Songs „An Aerial Archtitect“ und „The Empty Hourglass“, bei denen jeweils in der Mitte großartige Jam-Parts geboten werden. Auch das ruhige und schwebende „My Journey To The Stars“ ist ein wirklich schönes Stück und zeichnet sich auch wieder durch ein fantastisches Gitarren-Solos aus. Abstriche gibt es hier allerdings für die erneut eingesetzt Flöte (die man eigentlich sowieso nur als KING CRIMSON-Reminiszenz durchgehen lassen kann), denn die wirkt arg kitschig. Was aber wirklich nervt, ist das penetrante Saxophon-Gedudel im jazz-rockigen „Jerusalem“. Und im extrem getragenen „The Sad Destiny We Lament“ werden üble Old-School-Synthie-Sounds eingesetzt, zu denen sich gegen Ende im Hintergrund auch noch ein Chor gesellt, was dann doch eine ganze Spur zu theatralisch daherkommt. Auch das abschließende, vierteilige „The Great Work” will nicht so recht zünden. Die einzelnen Parts machen jeder für sich durchaus Spaß, aber insgesamt fehlt ein roter Faden, der alles zusammen hält. Und statt einem großen Finale – oder zumindest irgendeinem richtigen Schluss – läuft das Stück einfach irgendwie ziemlich sang- und klanglos aus. HYPNOS 69 meinen es über die gesamte Albumlänge einfach etwas zu gut, oder anders gesagt übertreiben sie den altmodischen End-60er Sound passagenweise so sehr, dass er wie eine Parodie seiner selbst wirkt. Trotzdem: Zwischendurch entdeckt man immer wieder geniale Parts, und alleine schon der Opener ist ein wahres Meisterstück. Fans des authentischen, ursprünglichen Prog-Rock sollten hier unbedingt zuschlagen. (jan)
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