Review

Paradise Lost - Faith Divides Us - Death Unites Us (Tipp!)
 
Gothic Metal
 
Label
Vertrieb
Zeit
Tracks
Century Media
EMI
46:6 min
10


 

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In den letzten Jahren näherten sich PARADISE LOST immer mehr ihrer glorreichen Vergangenheit an undließen teils poppige, teils uninspirierte Pfade hinter sich. Der vorläufige Höhepunkt war das letzte Album "In Requiem", in dem sich zu 100 % auch PL Fans zu "Icon" Zeiten wiederfinden konnten. Mit der neuen Scheibe "Faith Divides Us - Death Unites Us" setzen Nick Holmes und Co diesem Weg fort. Es geht noch einen Schritt weiter zurück, ohne allerdings die mittlerweile für diese Band prägende Eingängigkeit vermissen zu lassen. PARADISE LOST paaren nahezu perfekt ihre alten Trademarks mit modernen Einflüssen und kreieren dabei eine morbid-melancholische Atmosphäre, wie man sei bei den Engländern seit 1993 nicht mehr vernehmen konnte. Man höre sich nur einmal den orchestralen Anfang des Eröffnungskrachers "As Horizons End". Das ist PARADISE LOST, wie man sie hören will, inklusive eines Nick Holmes, der es fertig gebracht hat, seine Stimme endlich auch wieder ein ganzes Stück dunkler und vor allem aggressiver klingen zu lassen - ein ganz wichtiger Schritt auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Erhaben ist dabei der cleane, enorm ausdrucksstarke Refrain, der von einer Gänsehaut erzeugenden Gitarrenwand flankiert wird. Schon jetzt kann man sich fragen, wann Aedy /Mackintosh das letzte Mal so stark waren�die Antwort dürfte bekannt sein. Weitere qualitative Ausnahmeerscheinungen in dem durch die Bank weg starken Material sind das folgende, mit einem extrem eingängigen Chorus versehene "I Remain", der Doomster "First Light" und das instrumental sehr heftig ausgefallene "The Rise Of Denial". Sehr melancholisch wird es mit dem langsamen aber intensiven "Last Regret", hier merkt man wieder, was Nick Holms ausmacht. Das gilt auch für die Übernummer des Albums, dem Titeltrack", bei dem man fast Tränen der Freude verdrücken möchte. Über die enorme Ausdruckskraft und die Emotionen, die man da an den Tag gelegt, komme ich gar nicht hinweg. Schlichtweg absolut überragend.
Beim Songwriting haben es die Briten also absolut auf den Punkt gebracht, schön, dass das auch für den geilen Sound gilt, den man der Platte verpasst. Zum ersten Mal seit gefühlten Ewigkeiten hat man nicht auf Rhys Fulber als Produzenten gesetzt, sondern sich nach Schweden zu Jens Bogren begeben, der den Jungs einen genialen Sound verpasst hat. Besonders der Gitarrensound weiß zu überzeugen, hier haben Greg Mackintosh und Aaron Aedy auf siebensaitige Gitarren gesetzt, was hier zu deutlich mehr Durchschlagskraft geführt hat.
"Faith Divides Us, Death Unites" Us" ist mit Muss die beste PARADISE LOST Platte seit 1995 und man kann sich drüber streiten, ob sie qualitativ vielleicht sogar noch vor "Draconian Times" anzusiedeln ist aber eines ist glaskar: die Band hat endgültig wieder auf den dunklen Pfad zurück gefunden und ist so stark wie lange nicht mehr. Kaufen! (lk)
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