Review

Mena Brinno - Wicked Polly
 
Gothic Folk Metal
 
Label
Vertrieb
Zeit
Tracks
Dark Balance
Dark Balance
45:31 min
9


 

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Bisher war mir nur „Mustang Sally“ als ein Art Rock meets Soul vom THE COMMITMENTS als Soundtrack ein Begriff, jetzt gibt es also auch noch die „Wicked Polly". Die ist musikalisch aber eine völlig andere Baustelle hier geht nämlich um Gothic Metal aus Tampa (Florida). Wer auf die alten NIGHTWISH Sachen abfährt könnte beim ersten oberflächlichen Höreindruck hier bei den Amis von MENA BRINNO durchaus einige lohnenswerte Sachen finden, wie gesagt "könnte" man meinen.
Allerdings geht diese Combo doch deutlich weniger symphonisch (will sagen weniger Keyboards, stark reduzierter bis gar kein Bombast) zu werke. Die Band ist riffmäßig ebenfalls deutlich kerniger unterwegs, der Sound ist erdiger was auch daran liegen mag, dass Gitarrist Marius Kozlowski ansonsten bei den Death Metallern von ROYAL ANGUISH zu Hause ist. Zusammen mit Sängerin Katy Decker und einigen Gastmusikern hat er sich hier bereits zum zweitenmal zusammengetan, um klassisch geprägten Gothic Metal mit mehr oder weniger starken Folkeinflüssen zu spielen. Diese folkigen Sprengsel mit allerlei Geflöte usw. kommen aber leider ziemlich halbherzig daher, da dies oft zum einen einfach etwas zu weit in den Hintergrund gemischt wurde und zum anderen klanglich einfach nur nach Billig-Keyboards klingt. Bitte bei AYREON mal genauer nachhören wie man das stimmiger macht.
Das absolute Hauptproblem (zumindest für mich) von „Wicked Polly ist aber ganz klar die Sängerin Katy, die mit ihrem Operettengesang die meisten Stücke ziemlich verhunzt. Nicht falsch verstehen, ich mag normalerweise solche Elevenstimmen sehr gerne aber dieses Organ hier ist leider sehr hoch, relativ hell und flach dazu, so dass sich bei diesem nervige Geträllere insbesondere bei den zahlreichen Überschlägen („Entrapment“) und sonstigen mozartmäßigen Spielereien bei mir nur die Nackenhaare (die 2. Stimme ist noch etwas schräger wie u.a. beim Titelsong) stellen. Im Vergleich zu eine TARJA TURUNNEN fehlt hier einfach das Volumen und die nachhaltigen Power. Wobei die Songs dabei meistens gar nicht so übel geraten, gelungene Arrangements und Melodien so startet „Banks Of The Ohio“ recht passabel, es gibt schöne Gitarrensoli wie bei „Secrets Of War“ trotzdem bleibt nach mehreren Durchgängen so richtig nichts hängen. Sobald diese Lady dazu kommt, denkt man an die Skiptaste, sie hat es zwar manchmal auch nicht gerade leicht gegen die fette Rhythmus-Fraktion anzusingen, trotzdem überzeugen mich die Instrumentbediener bei weitem mehr als diese Stimme. Man ist darüber hinaus erfolgreich bemüht nicht zu kitschig glatt zu klingen sowie auch nicht zu betont einen auf gefühlvoll-leidend zu machen weniger symphonisch viel eher straight, wenn dann aber die Vocals dazu kommen und auf Sopran umgeschaltet wird ist die Musik meist nur schwer erträglich und es fällt schwer konzentriert zuzuhören. Wie da bei „Labyrinth die Töne gezogen werden zieht einem wirklich die Schuhe aus, echt gräuslich. Da hilft auch der insgesamt recht frisch wirkende Sound, relativ ungewöhnliche Songverläufe sowie einige gute kompositorische Ideen nicht viel weiter. Manchmal kommt auch musikalisch zuviel auf einmal aus den Boxen, es entsteht ein leicht hektischer Höreindruck.
Das positivste an MENA BRINNO ist daher vor allem, dass man musikalisch kein weiterer NIGHTWISH, WITHIN TEMPATION oder EPICA Klohn oder wie die Heerscharen von anderer Nachahmerbands alle heißen, geworden ist nur allein mit dieser Sängerin wird man keinen Blumentopf gewinnen können. Damit kann die Band bei mir leider nicht landen, glücklicherweise dauert diese CD nur knappe 45 Minuten - andere mögen dies vielleicht auch etwas wohlwollender sehen, sorry ich absolut nicht. (maio)
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